Ausgabe #1: Düsseldorf dasAgenturcamp Magazin Ausgabe #1: Düsseldorf

Das perfekte Team.
Arbeiten auf Augenhöhe

Thomas Suppes, Leiter Projektmanagement bei der Düsseldorfer Multimediaagentur wysiwyg*, über die Erfolgsfaktoren für ein perfektes Team.

Wer von uns würde sich denn nicht als Team-Player bezeichnen?

Mal ehrlich, wer von uns würde sich denn nicht als Team-Player bezeichnen? Wir alle sind es in unserer täglichen Arbeit gewohnt, mit Menschen zusammen zu arbeiten. Eben im Team. Was wir in den Agenturen erarbeiten ist oft so komplex, dass wir es als Einzelner gar nicht in der Qualität produzieren könnten, die wir uns alle wünschen.
Aber wie baut man nun ein perfektes Team auf? Kann man überhaupt diese Form von Magie schaffen, den Zusammenhalt und die gegenseitige Inspiration beim zielgerichteten Kreieren von Neuem?

Crossfunktional gemeinsame Ziele erreichen

Jeder von uns besitzt verschiedene Fähigkeiten in unterschiedlichen Ausprägungen. Und genau das brauchen wir bei der erfolgreichen Teamarbeit: Ein breites Basiswissen, aber in mindestens einem Bereich sollten zumindest bei erfahrenen Kollegen seine Fähigkeiten stärker ausgeprägt sein. „T-shaped People“ hat sich hier als Begriff etabliert. Optimale Teams sind crossfunktional aufgestellt, der Designer arbeitet zusammen mit dem Software-Entwickler und beide auf ein gemeinsames Ziel hin.

Teams wachsen und sind nicht einfach da

Eine Gruppe von Menschen muss sich immer erst zu einem Team zusammenfinden. Bruce Tuckman hat dabei verschiedene Phasen identifiziert. Zunächst tritt im FORMING eine Arbeitsgruppe zusammen und lernt sich kennen. Es kommt zum STORMING – das potenzielle Team erzeugt Reibung, Ansätze stehen sich gegenüber. Im NORMING formen sich Regeln. Das potenzielle Team beginnt miteinander zu arbeiten und entwickelt sich zu einem echten Team, das schließlich in der PERFOMING-Phase zu Höchstleistungen fähig ist. Ist man in der Verantwortung für ein Team, so wird schnell klar, dass in den ersten Phasen mehr Führung benötigt wird und man sich später immer mehr zurücknehmen und nur noch unterstützen sollte.

Entscheidungsfreiheit und Vertrauen

Man kann auf jeden Fall Ein perfektes Team ist auch als Außenstehender zu erkennen. Es ist gut darin, sich selbst zu organisieren. Die Teammitglieder wollen den gemeinsamen Erfolg und ihre Ziele erreichen, die sie selbst formulieren. Entscheidend scheinen mir zwei Faktoren. Erstens: Ein perfektes Team darf selbständig Entscheidungen treffen. Das kann weit reichen und man braucht Mut, diese Entscheidungen zuzulassen. Wie möchte das Team seine Umgebung gestalten und z.B. die Schreibtische anordnen? Sollen Zettel oder digitale Tools genutzt werden? Ihre Entscheidung. Das, was dem Team hilft, ist die beste Lösung – also nicht das, was ein Vorgesetzter für richtig hält. Wer selbständig entscheiden darf, dem vertraue ich. Vertrauen ist der zweite und vielleicht wichtigste Faktor. Vertrauen in das Team, aber auch das Vertrauen der Team-Mitglieder untereinander. Wenn man eins nicht in einem perfekten Team finden kann, dann ist das Angst.

Werte teilen, Sprechen und Zuhören

Vertrauen muss geschaffen werden, es muss wachsen. Lyssa Adkins hat in ihrem Buch „Coaching Agile Teams“ die Metapher des High Performance Trees eingeführt. Sein Wurzeln bilden Werte. Und über die muss sich ein Team verständigen und klar werden. Die Werte gilt es zu formulieren und zu diskutieren. Respekt ist hier zu nennen, aber auch Offenheit, Zuverlässigkeit. In guten Teams findet sich eine ausgeprägte Kultur des Sprechens, des Aussprechenlassens und des aktiven Zuhörens. Das muss geübt und immer wieder praktiziert werden.

Sich selbst und andere kennenlernen

Die Agentur Förderturm nutzt regelmäßig das DISG-Modell, um sich mit ihren Mitarbeitern über ihre Persönlichkeiten auszutauschen. Dabei geht es vor allem darum, Verständnis herzustellen – für sein eigenes Verhalten und das Verhalten der Kollegen. DISG ist ein Selbstbeschreibungsmodell. In Begleitung eines Coachs arbeiten dabei die Mitarbeiter mit Fragebögen. Ziel ist es, dass sich jeder in einem Koordinaten-System von vier Typen und zahlreichen Mischformen einordnen kann. Die vier Grundtypen bei diesem Modell sind: Dominant, Initiativ, Stetig und Gewissenhaft (DISG). Jenseits aller Fragen zur wissenschaftlichen Einordnung leistet das Arbeiten mit solchen Modellen doch etwas ganz Entscheidendes. Teammitglieder kommen ins Gespräch, sie tauschen sich darüber aus, was ihnen wichtig ist, wie sie angesprochen werden wollen und dass sich ihre Kollegen auch schon mal anders als sie selbst verhalten, was nicht falsch, sondern völlig okay – nur eben anders ist. Was viele Unternehmer nicht wissen: solche Coachings zum Teambuilding bzw. zur Unternehmenskultur werden oft gefördert. Als erste Anlaufstelle sei hier die Übersicht auf den Seiten der Initiative neue Qualität der Arbeit genannt.

Barcamp = Teamarbeit

Dieser Artikel ist übrigens ein Stück Teamarbeit vom Düsseldorfer AgenturCamp. Es war mein erstes Barcamp. Inspiriert von einem Statement von Katja Baumann (DBF) während des Frankfurter Camps entschloss ich mich ebenfalls, gleich am ersten Tag eine Session anzubieten. Meine hieß „Das perfekte Team“ und ich stellte vor allem den Highperformance Tree von Lyssa Adkins vor. Bei der Sessionplanung am zweiten Tag wurde ich gefragt, ob ich mein „perfektes Team“ noch einmal vorstellen wollte? Ich sagte sofort zu. Und beim zweiten Mal war es noch besser. Wir hatten uns alle schon etwas kennengelernt. Markus Engelbertz von Förderturm stellte das DISG-Modell vor und wie in seiner Agentur damit gearbeitet wird. Dennis Kasper, ebenfalls von Förderturm, erläuterte die Teambuilding-Phasen und wie sich Teams mit jeder personellen Veränderung wieder neu formen müssen. Und Anna Hollstegge von der IHK Düsseldorf verwies auf die zahlreichen Fördermöglichkeiten. Um nur einige zu nennen. Eine tolle Session. Ein perfektes Team.

Thomas Suppes

Thomas Suppes arbeitet als Leiter Projektmanagement. Er liebt fruchtbare Formen der Zusammenarbeit, denkt neue Lösungen und realisiert Projekte in Teams. Gerade ist sein erstes Podcast-Projekt zum perfekten Team online gegangen:  www.das-perfekte-team.de

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